Start ins neue Semester leicht gemacht
Vom Mai bis November war er auf einer Pilgerfahrt nach Jerusalem. Hier wurde er zum Ritter vom Hl. Grab geschlagen. Welche Ehre! Vier Jahre später dachte er ans Heiraten. Die Dame seines Herzens wohnte in Italien und er besuchte sie. Schließlich zog sie zu ihm und es wurde ein rauschendes Hochzeitsfest gefeiert.
Das alles geschah im 15. Jahrhundert. Eberhard V. war ein Württemberger Herzog. Und offenkundig entscheidungsfreudig.
Als klar war, dass er Barbara von Gonzaga heiraten würde, wurde alles umgekrempelt: Sein bescheidenes Schloss im kleinen Urach an der schwäbischen Alb wurde richtig schick gemacht. Überall Gold und so. Außerdem hatte er bei der vermögenden neuen Verwandtschaft in Italien abgeschaut, was designmäßig Stand der Dinge war: Man hatte einen Wahlspruch und ein Wappen.
Eberhard V. wählte die Palme als Symbol. Darunter oder daneben ein einziges Wort: Attempto. Lateinisch für „ich wage es“ Oder auch „ich packe es an“
In jedem Raum des kleinen Schlosses in Urach wurde nun die Palme an die Wand gemalt. Und der Wahlspruch.
Als die Braut nach mehrwöchiger Reise in Urach eintraf, fand sie das auch als Begrüßung im Torbogen: Palme und Attempto.
Allein die bloßen Zahlen der Feier lassen erkennen: Eberhard hat ein riesiges Fest organisiert. Es ist belegt, dass in den vier Tagen der Feier allein 150.000 Liter Wein getrunken wurden. Das sind bei 13000 Gästen (andere Quellen 14000) drei Liter Wein pro Tag und Gast. In einem Ort, der damals nur etwas mehr als 1000 Einwohner hatte. - Nicht jeder wird sich erinnern können...
Moment: Wieso eigentlich Palme?
Wer je eine Palme gesehen hat, hat vielleicht das Königliche in ihr gespürt: Palmen sind wahrhaft majestätisch. Sie können bis zu 300 Jahre alt werden, halten widrigen Umständen stand wie z.B. Wüste, wurzeln bis zu 25 Meter tief. So kommen sie zu frischem Wasser.
Als solche sind sie auch Symbol für das Leben überhaupt. Und die Auferstehung.
Menschen, die sich auf den Lebendigen verlassen werden in Psalm 1 mit einem Baum verglichen, der an Wasserbächen gepflanzt ist. Hier ist Leben und Fruchtbarkeit. Ich denke dabei an eine Palme.
Na also!
Was wäre denn mal ein guter Wahlspruch für das neue Semester? „Ich wage es!“ hat jedenfalls das Potential, die Sache direkt anzugehen. Ob nun im 1. Semester oder kurz vorm Master. Oder der Promotion.
Oder was immer gerade in deinem Leben dran ist.
Wer sich dann noch so verwurzelt wie ein Palme – sozusagen direkt an der Quelle ist – der kann doch ganz locker anfangen.
Als königlicher Mensch, von Gott geliebt, im Guten verwurzelt: Ich wage es!
Gilt auch für Leute, die gerade mal nicht studieren oder so.
Was also brauchst du für einen guten Start ins neue Semester? Die Attempto Palme jedenfalls hat sich rumgesprochen.
1477 hat Eberhard in Tübingen eine Uni gegründet. Und rate mal, welches Symbol dort heute noch zu sehen ist? Genau! Eine Palme.
In diesem Sinne: Viele Grüße nach Tübingen und einen guten Anfang! Und: Attempto!

Foto: U. Melzer
