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title: "Die Weisen aus dem Morgenland"
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# Die Weisen aus dem Morgenland

## Segen ohne MHD

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**Die Weisen aus dem Morgenland**

**Segen ohne MHD**

Dies ist die Geschichte von Weisen aus dem Morgenland. Oder zumindest ein Teil von ihr (vgl. Mt 2). Sie sehen eine besondere Konstellation am Himmel – da passiert gerade was – und ziehen los.

Die Konstellation – also die Stellung der Sterne zueinander - sagt: Da gibt es einen neuen König, weit entfernt; dem wollen sie huldigen. Anbetung ist ein anderes Wort dafür, denn es ist ein göttlicher König

Ich selbst bin im Herbst 2025 im Südwesten unterwegs. Und da passt auch irgendwie die Konstellation. Ich realisiere: Von hier aus ist es ja nicht mehr weit bis zu meinem guten Freund.

Doch erstmal: Was sind das für Gestalten, die in den Himmel schauen, auf Zeichen warten, hoffen – und sie deuten?

Weise, griechisch magoi, daher unser Wort Magier. Vielleicht Priester der alten persischen Religion. Evtl. am Hof des Königs als Berater tätig. Sternenkunde gehörte einfach dazu, wenn man gebildet war.

Wissen ist okay. Man beschäftigt sich mit den Sachen, wie sie sind. Weisheit fragt nach dem Woher und Wohin.

Weise sind sie, weil sie die Konstellation deuten und dann handeln. Weise Menschen verstehen die Zusammenhänge und richten sich nach ihnen aus.

**Und sie brechen auf**

Als ich also an den Rhein fuhr, wusste ich noch nicht, dass ich auch eine Weisheit geschenkt bekommen würde. Manches kann man sich ja nicht selber sagen, man muss es erleben.

Also verabrede ich mich mit meinem guten Freund. Ist gar nicht weit. Und stehe an einem Sonntagmorgen früh vor seinem Haus.

Der Blick geht nach oben und ich sehe über der Tür den Segen der Sternsinger. Nachfahren derer, die damals aufgebrochen sind, weil die Konstellation passte. Manches kann man nicht delegieren. Und so einen König… galt es, nicht zu verpassen.

Welche Suche ist das, die zum Sehnen wird! Ein neuer König. Und der ist besonders.

Jetzt ist Aufbruch dran. Insbesondere, wenn der eigene Himmel sonst keine Erleuchtung zu bieten hat!

Ein einziger Stern reicht, damit der Himmel mich das Staunen lehrt.

Nebenbei, auch das gibt es – ich kenne es auch von mir:

Manch einer hat so lange nach rechts oder links geschaut, wenn der Aufbruch ins Abenteuer dran war. Bis er/sie gemerkt hat: Ich kann mich nicht immer vertreten lassen. Das muss ich jetzt selbst durchziehen.

Dass der Segen neu bei mir ankommt.

Der Feiertag zum Aufbrechen heißt Epiphanias und wird am 6.1. begangen. Epiphanias: Gott erscheint in dieser Welt.

Kannte in der Antike jeder. Das Fanum ist das Heilige. Das innere des Tempels. Und nun erscheint der eine ewige Gott in der Zeit. Das ist Epiphanias.

Vor dem Fanum ist das Profanum. Die Welt, wie sie ist. Profan eben, alltäglich.  Und jetzt kommt der Ewige ins Zeitliche. Der heilige Gott erscheint in dieser Welt.

Ohne Epiphanias bleibt alles profan. Alles ist alltäglich, es geht immer so weiter. Die Epiphanie macht den Unterschied. Wie kommt das neu bei mir an? Nicht einfach das Heilige – sondern *der* Heilige!

Und dann schaue ich einen Augenblick an den Himmel. Wo ist das Zeichen für mich? Ohne Sterne ist alles nur schwarz. Ohne den einen Stern bleibt das auch so auf Erden!

**Der abgelaufene Segen**

Zurück zu meinem Freund.

Als sich die Tür öffnet, gibt es ein fröhliches Wiedersehen. Und ich höre mich sagen:

„Der Segen ist abgelaufen!“

„Wie - was - wer? Was genau ist abgelaufen?“

„Na, der Segen über der Eingangstür, der ist von 2016. Jetzt haben wir 2025/26. Du brauchst einen neuen Segen.“

Wir lachen. Was für eine kuriose Wahrnehmung! Als gäbe es für einen Segen ein Mindesthaltbarkeitsdatum.

Und zugleich ist da die Ahnung: Ist vielleicht genau jetzt ein neuer Segen dran?

Und falls Du das Gefühl hast: auch bei mir ist der Segen irgendwie abgelaufen: Was für eine Chance, ganz neu auf Epiphanias zu setzen. Also der Erscheinung Gottes in dieser Welt in einem Kind.

Ein Kind hat mit Zukunft zu tun. Jesus Christus ist die Zukunft Gottes bei uns Menschen. Und genau das ist der Segen. Für alle Welt und für mich.

So sind in diesen Tagen landauf landab die Sternsinger unterwegs. Sie bringen den Segen in die Häuser und zu den Menschen. Oder genauer: Sie erinnern an den Segen, wie er mit Jesus in dieser Welt angekommen ist.

Schon in alter Zeit gab es die Tradition, das Wichtige oben auf in den Querbalken zu schreiben. Sieht man an alten Bauernhäusern.

Und jetzt bei mir/uns: Jedes Eintreten oder Verlassen möge mich an den Segen erinnern. Und zwar so, dass er dann auch bei mir ankommt. C+B+M steht übersetzt dafür, dass Christus dieses Haus segnen möge.

Da, wo ich lebe.

**Übung für das neue Jahr**

Was wäre das für eine Übung für das neue Jahr: Ich kriege einen neuen Segen. Unter dem gehe ich ein und aus. In mein Haus, meine Wohnung, mein Zimmer. Also den Bereich meines Selbst. Und dann lass mal schauen, was sich in mir verändert.

Kann Segen also ablaufen?

Vielleicht so, dass ich vergesse, gesegnet zu sein. Der Segen läuft in meinem Denken, Fühlen, Glauben ab. Und da wird’s Zeit für eine Erinnerung, ein Ritual für den Segen, der neu bei mir ankommt.

Als ich wieder zuhause bin, schaue ich auf unseren Eingang. Aha, auch abgelaufen. 2024 ist in 2026 echt lange her. Zeit für die Sternsinger und die Erinnerung an Gottes Kommen in die Welt.

Traditionell lautet der Segen so:

„Wir bitten Dich Gott, ewiger Vater, für dieses Haus und alle, die darin wohnen. Segne und heilige sie, beschenke sie reich mit allem, was sie zum Leben brauchen. Spende ihnen den Tau des Himmels und gib Regen für die fruchtbringende Erde. Wir bezeichnen den Eingang dieses Hauses, damit ein Engel des Lichtes darin wohne. Amen“

Das ist jetzt mein Gebet: Dass der neue Segen der Sternsinger bei meinem Freund ankommt, bei mir ankommt, bei allen ankommt. Als tägliche Erinnerung. Und, dass uns das gut tut.

Was wäre das für eine schöne Erinnerung an den Segen Jesu Christi, der sich so einstellt und uns erreicht - und sich auch auswirkt. 

In diesem Sinne: Habt's gut im neuen Jahr!

*Foto: U.Melzer*

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